Was ist ein Silikonventil? Arten, Anwendungsbereiche und Funktionsweise

Flüssigkeitssteuerung kommt an Orten zum Einsatz, an die die meisten Menschen gar nicht denken. Eine Ketchupflasche, aus der nichts tropft, ein medizinisches Beatmungsgerät, das einen Rückfluss verhindert, und eine Geschirrspülbürste, die bei Bedarf Spülmittel abgibt. Diese kleinen Aufgaben hängen von einem Bauteil ab, das leicht übersehen wird: dem Silikonventil.

Ein Silikonventil ist ein elastisches, druckbetätigtes Bauteil aus Silikonkautschuk, das sich öffnet, um Flüssigkeit oder Gas durchzulassen, und sich schließt, um abzudichten, sobald der Druck nachlässt. Es erfüllt zwei Aufgaben gleichzeitig: Es dichtet einen Behälter ab und dosiert, wie viel Flüssigkeit oder Luft austritt. Im Gegensatz zu Ventilen aus Metall oder hartem Kunststoff verfügt es über keine Feder, keinen Stellantrieb und keine beweglichen Teile außer dem Silikon selbst.

Im Folgenden erläutern wir, was diese Ventile sind, wie sie funktionieren, welche Haupttypen es gibt, wo sie eingesetzt werden, wie sie hergestellt werden und wie man das richtige Ventil für ein bestimmtes Produkt auswählt. Sie können sich außerdem das gesamte Sortiment unter Maßgefertigtes Silikonventil bevor ein Bauteil festgelegt wird.

Membranventil

Was ist ein Silikonventil?

Ein Silikonventil ist ein einteiliges Elastomerteil, das den Durchfluss nicht mithilfe mechanischer Teile, sondern durch die Flexibilität des Silikons steuert. Es ist so geformt, dass es geschlossen bleibt und sich erst öffnet, wenn sich genügend Druck aufgebaut hat.

Silikonventile gehören zu einer größeren Familie von Rückschlag- und Dosierventilen aus Elastomeren oder “Gummi”. Als Material kommt Silikonkautschuk zum Einsatz, der ausgewählt wurde, weil er über einen weiten Temperaturbereich hinweg flexibel bleibt, vielen Chemikalien standhält und in Ausführungen hergestellt werden kann, die für den Kontakt mit Lebensmitteln und medizinischen Produkten geeignet sind. Die Aufgabe des Ventils besteht darin, den Durchfluss von Flüssigkeiten, Gasen oder sogar feinen Pulvern durch eine enge Öffnung zu steuern.

Was das Design so nützlich macht, ist seine Einfachheit. Es gibt weder eine Kugel noch eine Feder noch ein Magnetventil. Das Silikon selbst ist biegsam. Ohne Druck liegen der Schlitz, die Klappe oder die Lippe aneinander und blockieren den Durchgang. Wird von der richtigen Seite Druck ausgeübt, verformt sich das Silikon so weit, dass ein Durchgang entsteht. Wird der Druck weggenommen, kehrt das Material in seine verschlossene Form zurück. Dieses selbstrückstellende Verhalten ist der Grund, warum diese Ventile in Produkten zum Einsatz kommen, die Tausende von Wiederholungszyklen ohne Wartungseinsatz erfordern.

Im Vergleich zu einem starren Ventil verursacht ein Silikonbauteil kaum zusätzliches Gewicht und benötigt keinen Strom. Außerdem verträgt es Fehlausrichtungen und Vibrationen besser, da sich das weiche Material anpasst, anstatt zu klemmen. Der Nachteil ist, dass die Leistung stark von der Geometrie und der Materialauswahl abhängt, weshalb die Spezifikation eine größere Rolle spielt als bei einer generischen Standardarmatur.

Wie funktioniert ein Silikonventil?

Ein Silikonventil reagiert auf Druckunterschiede: Es bleibt geschlossen, bis der Flüssigkeits- oder Gasdruck den Widerstand des Silikons überwindet, und schließt sich dann wieder, sobald dieser Druck nachlässt. Diese Bewegung beruht auf der Elastizität des Materials und nicht auf einem separaten Mechanismus.

Das Grundprinzip basiert auf dem Differenzdruck. Das Ventil hat eine “stromabwärts” und eine “stromaufwärts” gelegene Seite. Bei einem Dosierventil drückt der Druck auf der stromaufwärts gelegenen Seite (beispielsweise durch einen Finger, der eine Flasche zusammendrückt) das Silikon auf. Bei einem Rückschlagventil öffnet der Durchfluss in der zulässigen Richtung den Durchgang, während ein rückwärts gerichteter Durchfluss das Silikon schließt.

Abdichten und Dosieren in einem Arbeitsgang

Ein weit verbreitetes Missverständnis ist, dass ein Ventil entweder abdichtet oder das Produkt abgibt. Ein Silikonventil kann beides. Im Ruhezustand bildet dieselbe Lippe oder derselbe Schlitz, der später das Produkt freigibt, eine dichte Barriere gegen Leckagen und Außenluft. Bei Druckausübung wird genau dieses Merkmal zum Auslass. Diese Doppelfunktion ermöglicht den Versand eines Produkts ohne separate Verschlusskappe oder Dichtung. Das Ventil ist Dichtung und Dosierstelle in einem einzigen Formteil.

Druckdifferenz und Spaltdruck

Jedes Silikonventil hat einen Öffnungsdruck: den Mindestdruck, der erforderlich ist, um es zu öffnen. Liegt der Druck unter diesem Wert, bleibt es geschlossen; wird dieser Wert überschritten, setzt der Durchfluss ein. Der Öffnungsdruck hängt von der Wandstärke, der Schlitzlänge, der Härte (Durometer) und der Geometrie ab. Ein dünner Querschlitz in weichem Silikon öffnet sich bereits bei sehr geringem Druck, was sich gut für Quetschflaschen eignet. Ein steifer Entenschnabel aus festerem Material benötigt mehr Kraft, was sich für Druckleitungen eignet, die nicht undicht sein dürfen. Konstrukteure passen diese Variablen an, anstatt zusätzliche Teile hinzuzufügen.

Zudem besteht eine geringe Differenz zwischen dem Druck, bei dem sich das Ventil öffnet, und dem Druck, bei dem es wieder vollständig abdichtet – dies wird oft als Hysterese bezeichnet. Bei den meisten Dosierkomponenten ist diese Differenz gering und trägt zu einer sauberen Abschaltung bei. Bei präzisen medizinischen oder Dosieranwendungen lohnt es sich, diese zu messen, damit die Dosis über die gesamte Lebensdauer des Produkts hinweg konstant bleibt.

Maßgefertigtes Silikon-Entenschnabelventil für Milchpumpen (1)

Gängige Arten von Silikonventilen

Silikonventile gibt es in verschiedenen Formen, die jeweils auf ein anderes Strömungsmuster abgestimmt sind: Querschlitz, Entenschnabel, Regenschirm, Klappenventil, konisch, Kuppel sowie vollständig kundenspezifische Geometrien. Die Form bestimmt, wie sich das Silikon verformt und welche Art von Strömung es zulässt.

Silikonventil mit Querschlitz

Das Silikon-Kreuzschlitzventil hat seinen Namen von einem kreuz-, stern- oder sternchenförmigen Einschnitt in einer flachen Scheibe. Im Ruhezustand bleibt der Einschnitt geschlossen. Durch Zusammendrücken des Behälters öffnen sich die Schlitze, um das Produkt auszugeben, und schließen sich anschließend wieder, um ein Tropfen zu verhindern. Es ist die Standardwahl für Gewürz- und Soßenflaschen, Sirupe und Tuben für Körperpflegeprodukte. Die gängigen Formgrößen liegen üblicherweise bei einem Außendurchmesser von 9,8 mm, 10,5 mm und 16,5 mm, wobei die Schlitzöffnungen an die Viskosität des Produkts angepasst sind. Die Hersteller führen in der Regel über mehrere Tage hinweg einen umgekehrten Dichtheitstest durch und überprüfen den Ausgabewinkel, damit das Produkt dort landet, wo es hingehört.

Da der Schlitz die einzige Öffnung ist, entscheidet die Schnittqualität über alles. Ein ausgefranster oder ungleichmäßiger Schnitt führt zu Tropfen; ein sauberer, zentrierter Schnitt sorgt für eine dichte Abdichtung und einen gleichmäßigen Ausfluss. Aus diesem Grund setzt man bei der Massenproduktion von Querschlitzen eher auf automatisiertes Stanzen als auf Handschneiden.

Silikon-Rückschlagventil in Entenschnabelform

Die Silikon-Rückschlagventil in Entenschnabelform Es sieht aus wie ein Entenschnabel und fungiert als Einwegventil. Durch Vorwärtsdruck öffnet sich der Schnabel; durch Rückwärtsdruck wird er flachgedrückt und schließt. Damit handelt es sich um ein echtes Silikon-Rückschlagventil, das sich zur Verhinderung von Rückfluss in medizinischen Schläuchen, Kfz-Leitungen und industriellen Systemen eignet. Es kann auch mit einem Schirmventil kombiniert werden, um einen Zwei-Wege-Durchflussregler in einer Baugruppe zu bilden. Standard-Serienwerkzeuge haben oft einen Außendurchmesser von etwa 12,5 mm, wobei die Schnabel-Längen und -Winkel nach Zeichnung individuell angefertigt werden.

Was das Entenschnabelventil auszeichnet, ist seine Richtungsdrosselung. Es begrenzt nicht nur den Durchfluss, sondern verhindert aktiv den Rückfluss. Deshalb wird es an Orten eingesetzt, an denen ein Rückfluss nicht nur eine geringfügige Belästigung, sondern ein Sicherheits- oder Kontaminationsrisiko darstellen würde.

Silikon-Regenschirmventil

Das Silikon-Regenschirmventil (manchmal auch als Pilzventil bezeichnet) verfügt über einen flexiblen Schirm, der sich unter Druck von seinem Sitz abhebt und zum Schließen wieder nach unten drückt. Es kommt gut mit niedrigen Öffnungsdrücken zurecht, weshalb es in Wasserflaschen mit Aromakammern, Atemgeräten und Entlüftungskanälen in Haushaltsgeräten zum Einsatz kommt. Durch sein sanftes Öffnen eignet es sich gut für Anwendungen, bei denen ein lautes “Knacken” störend wäre oder bei denen der Durchfluss bereits bei sehr niedrigem Druck einsetzen muss.

Die Schirmform passt zudem gut auf ein flaches oder abgestuftes Gehäuse, sodass oft keine zusätzliche Dichtung erforderlich ist. Das vereinfacht die umgebende Montage und beseitigt eine mögliche Fehlerquelle.

Klappenventile, konische Ventile, Kuppelventile und kundenspezifische Ventile

Das Klappenventil ist ein einteiliges, scharnierartiges Bauteil, das sich für eine Dosierung mit hohem Durchfluss aufschwingt und häufig in „First-in-First-out“-Soßenflaschen sowie bei einigen medizinischen Anwendungen zum Einsatz kommt. Das konische Ventil verfügt über einen sternförmigen Schlitz für eine präzise Mikrodosierung und wird in Applikatoren für Augencremes verwendet. Das Kuppelventil verfügt über eine Hinterschneidung, die ohne Kunststoffsitz direkt in ein Gehäuse einrastet, wie es bei Seifenspender-Geschirrbürsten zu finden ist. Darüber hinaus fertigen Hersteller maßgeschneiderte Silikonventile nach den 3D-Modellen der Kunden an und passen dabei Härte, Farbe, Umspritzung sowie Leistungsziele wie Öffnungsdruck und Durchflusskurve individuell an.

Bei Sonderanfertigungen geht man in der Regel von einer Zeichnung oder einem Muster aus, wobei der Verwendungszweck sowie die Öffnungs- und Schließdrücke angegeben werden. Bei sensiblen Anwendungen unterzeichnen Lieferanten häufig eine Geheimhaltungsvereinbarung, bevor sie Geometriedetails weitergeben.

Wo werden Silikonventile eingesetzt?

Silikonventile kommen überall dort zum Einsatz, wo ein Produkt eine saubere Abdichtung sowie eine kontrollierte Abgabe erfordert: in der Lebensmittel- und Getränkeindustrie, bei Körperpflegeprodukten, bei Medizinprodukten, bei Haushaltsgeräten, in der Automobilindustrie und in der Elektronik. Jede Branche setzt aus unterschiedlichen Gründen auf verschiedene Ventiltypen.

Lebensmittel, Getränke und Körperpflege

Bei Lebensmitteln und Getränken stehen tropffreies Dosieren und Hygiene an erster Stelle. Quergeschlitzte Ventile regeln die Dosierung von Ketchup, Mayonnaise, Sirup, Essig und Konzentraten. Im Bereich der Körperpflege sorgt dieselbe Präzision dafür, dass Lotionen, Seren und Cremes sauber und ohne Verschütten dosiert werden. Da Silikon keine Gerüche annimmt und sich leicht reinigen lässt, eignet es sich für Produkte, die jedes Mal genau richtig schmecken oder riechen müssen.

Medizinprodukte und Gesundheitswesen

Medizinische Anwendungen erfordern Biokompatibilität und einen zuverlässigen Einwegfluss. Einwegventile aus Silikon kommen in Kathetersystemen, Beatmungskreisläufen und Infusionsleitungen zum Einsatz, wo ein Rückfluss Schaden verursachen könnte. Häufig werden Schirm- und Entenschnabelformen verwendet, da sie sich bereits bei niedrigem Druck öffnen und anschließend wieder dicht verschließen. Diese Bauteile werden oft in Reinräumen hergestellt und hinsichtlich Durchfluss, Dichtheit und Ermüdungsgrenzen geprüft.

Haushaltsgeräte, Automobilindustrie und Elektronik

Haushaltsgeräte nutzen Silikonventile zur Entlüftung, zum Druckausgleich und zur Leckagekontrolle: Geschirrspülerbürsten, Wassertanks und Kaffeesysteme. In der Automobilindustrie und Elektronik kommen sie als Entlüftungsöffnungen zum Einsatz, die Wasser und Staub abhalten, während sie gleichzeitig Luft durchlassen, sowie zur Steuerung von Flüssigkeiten in Sensoren und kleinen Behältern. Dank ihrer chemischen Beständigkeit und ihres Temperaturbereichs eignen sie sich für Anwendungen, bei denen Kunststoff sich verziehen oder Risse bilden würde.

Über die bekannten Branchen hinaus kommen Silikonventile auch in Umwelt- und Landwirtschaftsgeräten zum Einsatz. In Tropfbewässerungsdüsen und Dosiervorrichtungen für Chemikalien sorgen sie dafür, dass kleine, gleichbleibende Flüssigkeitsmengen ohne motorbetriebene Pumpe abgegeben werden. In all diesen Fällen ist der Vorteil derselbe: ein passives Bauteil, das wartungsfrei funktioniert.

3. Silikonventil

Wie werden Silikonventile hergestellt?

Silikonventile werden entweder im Formpressverfahren aus festem Silikon oder im Spritzgussverfahren aus Flüssigsilikonkautschuk (LSR) hergestellt, wobei die Wahl von den Anforderungen hinsichtlich Stückzahl, Präzision und Farbe abhängt. In beiden Fällen wird aus Silikon-Ausgangsmaterial ein ausgehärtetes, elastisches Bauteil hergestellt.

Formpressen von festem Silikon

Beim Formpressen wird ein vorgeformter Silikonblock in eine beheizte Form eingelegt und in die gewünschte Form gepresst. Dieses Verfahren eignet sich für kleinere Stückzahlen, farbige Teile, dickere Wandstärken und geringere Werkzeugkosten. Der Nachteil ist eine geringere Maßgenauigkeit und ein höherer manuelle Arbeitsaufwand als beim Spritzguss. Es ist nach wie vor beliebt für Sonderanfertigungen oder Kleinserien, bei denen die schnelle Werkzeugfertigung wichtiger ist als eine Wiederholgenauigkeit im Mikrometerbereich.

Massives Silikon lässt sich zudem gut mit Pigmenten und Füllstoffen verarbeiten und ist daher die erste Wahl, wenn ein Ventil aus Gründen des Brandings oder zur Teileidentifizierung eine bestimmte Farbe benötigt. Der Aushärtungsvorgang dauert pro Spritzgusszyklus etwas länger, was jedoch akzeptabel ist, wenn das Jahresvolumen eine Automatisierung nicht rechtfertigt.

LSR-Spritzguss für Präzisionsteile

Beim LSR-Spritzgießen wird ein zweiteiliges Flüssigsilikon in einen beheizten Formraum eingespritzt, wo es zu einem präzisen, oft transparenten Bauteil aushärtet. Dieses Verfahren eignet sich besonders für die Massenproduktion von lebensmittel- und medizintauglichen Produkten, bei denen die Maße über Millionen von Zyklen hinweg konstant bleiben müssen. Automatisierte Anlagen können den Schlitz stanzen und jedes Teil optisch prüfen, wodurch sich die Ausbeute und die Tagesproduktion steigern lassen. Bei Ventilen mit Querschlitz sorgen automatisiertes Schneiden und eine vollständige Prüfung dafür, dass der Ausgabewinkel und die Schlitztiefe gleichbleibend sind.

Die präzise Steuerung bei LSR beruht darauf, dass die beiden Komponenten in einem festen Mischungsverhältnis dosiert und in eine geschlossene Form eingespritzt werden, wodurch ein Großteil der beim manuellen Einfüllen auftretenden Schwankungen vermieden wird. Diese Konsistenz ist der Grund, warum regulierte Branchen, sofern die Produktionsmengen dies zulassen, LSR den Vorzug geben.

Werkstoffsorten und Qualitätsaspekte

Bei der Materialauswahl stehen zwei Qualitätsstufen zur Auswahl: Lebensmittel- und Medizinqualität. Hinzu kommen Kontrollmaßnahmen wie die Fertigung in Reinräumen sowie Dichtheits- und Durchflussprüfungen, die sicherstellen, dass das Bauteil den Spezifikationen entspricht. Die Qualitätsstufe legt fest, mit welchen Materialien das Ventil sicher in Berührung kommen darf.

Silikon in Lebensmittelqualität erfüllt die Vorschriften für den Kontakt mit Lebensmitteln; Silikon in medizinischer Qualität erfüllt strengere Anforderungen an die Biokompatibilität für Produkte, die mit dem Körper in Berührung kommen. Die Härte liegt typischerweise zwischen etwa 20 und 70 Shore A, wobei weicheres Material einen geringeren Rissdruck aufweist. Die Fertigung erfolgt bei empfindlichen Bauteilen häufig in einem Reinraum der Klasse 100.000, und die fertigen Ventile werden auf Dichtheit, Öffnungsdruck, Durchflussrate und manchmal auch auf Geräuschentwicklung geprüft.

Die Qualitätsmanagementsysteme hinter diesen Bauteilen sind in der Regel nach ISO 9001 für die allgemeine Fertigung, nach ISO 13485 für Medizinprodukte und nach IATF 16949 für die Automobilzulieferindustrie zertifiziert. Ein Einkäufer sollte nachfragen, welche Zertifizierungen für das jeweilige Bauteil gelten, und nicht davon ausgehen, dass eine allgemeine Angabe wie “Silikon” alle Anwendungsbereiche abdeckt. Transparenz, Farbe und Nachhärtungsschritte beeinflussen ebenfalls, ob ein Bauteil einen bestimmten Standard erfüllt; daher sollten diese im Datenblatt ausdrücklich aufgeführt sein.

So wählen Sie das richtige Silikonventil aus

Bei der Auswahl des richtigen Silikonventils geht es darum, die Flüssigkeit und die Betriebsbedingungen auf die Ventilform, die Werkstoffsorte und das Herstellungsverfahren abzustimmen und dies anschließend anhand eines Prototyps zu überprüfen. Ein kurzer, strukturierter Prozess verhindert, dass die Entscheidung zu einem Ratespiel wird.

Beginnen Sie mit der Definition der Flüssigkeit: ihre Viskosität, Temperatur und ob es sich um eine Flüssigkeit, ein Gas oder ein Pulver handelt. Notieren Sie sich die gewünschte Durchflussrate und den Druck, der zum Öffnen des Ventils zur Verfügung steht. Wählen Sie als Nächstes eine Bauart aus. Für Saucen, die durch Zusammendrücken dosiert werden, empfiehlt sich ein Querschlitz; für medizinische Rückflusssicherungen auf Schlauchbasis eignet sich ein Entenschnabel- oder Schirmventil; für FIFO-Flaschen mit hohem Durchfluss ist ein Klappenventil geeignet; für Cremes zur Mikrodosierung eignet sich ein konisches Ventil. Entscheiden Sie sich dann für das Material und das Verfahren: lebensmittel- oder medizintauglich, Festkörperpressformung oder LSR-Spritzguss sowie die Härte, die den richtigen Öffnungsdruck gewährleistet. Schließlich sollten Sie vor dem Produktionsstart eine Validierung mittels eines Prototyps sowie Funktions-, Ermüdungs- und Temperaturwechselprüfungen durchführen. Prototypen sind oft innerhalb von etwa ein bis zwei Wochen fertiggestellt; anschließend wird das Verhalten des Bauteils durch eine formelle Validierung dokumentiert.

In der folgenden Tabelle werden gängige Anforderungen einem geeigneten Ventiltyp zugeordnet.

BedarfArt des StartventilsWarum
Soße oder Sirup in einer SpritzflascheQuerschlitzSauberer Schnitt, kontrollierter Winkel
Medizinischer Einweg-RückflusssperreEntenschnabel oder RegenschirmZuverlässige Abdichtung, geringer Öffnungsdruck
Entlüftung oder Druckentlastung von GerätenRegenschirmSanftes Öffnen, kompakt
FIFO-Dosierung mit hohem DurchsatzFlapperHoher Durchsatz, einfaches Teil
Präzise Mikrodosierung der CremekonischSternförmiger Schlitz, kleine dosierte Menge

Bei einer guten Auswahl werden auch Kosten und Volumen berücksichtigt. Bei kleinen Stückzahlen ist das Formpressverfahren oft vorzuziehen; bei großen Stückzahlen mit engen Toleranzen ist LSR die bessere Wahl. Bei ungewöhnlichen Anwendungen ist eine nach Zeichnung gefertigte Sondergeometrie oft besser, als eine Standardform für eine Aufgabe zu zwingen, für die sie nicht vorgesehen ist. Wird der Ventillieferant frühzeitig einbezogen – noch während der Konstruktion des Gehäuses –, lassen sich in der Regel später die meisten Nacharbeiten vermeiden.

Häufig gestellte Fragen

Kann ein Silikonventil sowohl für Flüssigkeiten als auch für Gase verwendet werden?

Ja. Dieselbe elastische Öffnung, die eine Flüssigkeit dosiert, kann auch Gas ablassen oder durchlassen, weshalb Silikonventile sowohl in Dosierverschlüssen als auch in Entlüftungsöffnungen zum Einsatz kommen. Die richtige Form und der richtige Öffnungsdruck entscheiden darüber, welches Verhalten überwiegt.

Was ist der Unterschied zwischen einem Entenschnabel- und einem Schirmventil?

Beide sind Einweg-Silikonventile, lassen sich jedoch unterschiedlich öffnen. Ein „Duckbill“-Ventil klappt entlang eines Schafts flach auf und verhindert zuverlässig den Rückfluss, während ein „Umbrella“-Ventil eine Kappe vom Sitz abhebt und sich durch einen niedrigen Öffnungsdruck sowie einen sanften Durchfluss auszeichnet.

Wie lange hält ein Silikonventil bei wiederholtem Gebrauch?

Die Lebensdauer hängt von der Härte, der Geometrie, der Flüssigkeit und dem Zyklusdruck ab, doch gut gefertigte Bauteile sind für Tausende bis Millionen von Zyklen ausgelegt. Validierungstests unter Einsatz der tatsächlichen Flüssigkeit und im realen Druckbereich sind die einzige zuverlässige Methode, um eine bestimmte Lebensdauer zu bestätigen.

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